KörperSchafftKlang
Das winzige Stückchen Blau
Szenisch-musikalisches Stück (UA) –

eine Annäherung an die Künstlerin Charlotte Salomon
 
Nominiert für den
KunstSalon-Theaterpreis 2017!

Das winzige Stückchen Blau
© Karin Leyk

”Das ist mein ganzes Leben“ mit diesem Satz überreichte Charlotte Salomon einen Koffer voll Bilder einem Vertrauten im französischen Exil. 18 Monate hatte sie an dem Werkzyklus Leben? oder Theater? – ein Singespiel gearbeitet: ihre Lebensgeschichte in über 800 Gouachen. Ein singuläres Erinnerungs-Werk mit Texten und musikalischen Regieanweisungen voller Humor und existenzieller Grundierung. Ein Jahr später wird sie verraten und nach Auschwitz deportiert, wo sie 1943 mit 26 Jahren und im fünften Monat schwanger ermordet wurde.

Die Wahrnehmung ihres Werks und kurzen Lebens steht im historisch-politischen Kontext des Nationalsozialismus; zudem war Charlotte Salomon geprägt von den Suiziden in der weiblichen Familienlinie. Das winzige Stückchen Blau stellt nun die herausragende künstlerische und lebensgeschichtliche Leistung als einen komplexen weiblichen Selbstfindungsprozess dar. Wir sehen Charlotte Salomon – ähnlich wie Orpheus – den Tod besiegen und durch ihre Kunst überleben. Auch unter dem Einfluss von Alfred Wolfsohn, Stimmlehrer und Gesangsprophet, zu dem sie in ihrem z.T. fiktionalen Werk Leben? Oder Theater? eine schwärmerische Liebesbeziehung aufbaut. Es waren Wolfsohns persönliche Unterstützung und Lehren, die Charlotte befähigten, ihre eigene künstlerische Identität zu finden und ein innovatives Werk zu erschaffen – trotz Einsamkeit, Verfolgung, Exil.

  Unsere Arbeitsfragen sind:
Wie können wir den Weg zu Charlotte Salomon gehen?
Was widerfährt einem Mensch im existenziell größten Dunkel?
Und liegt die Vergangenheit vielleicht vor uns und die Zukunft in unserem Rücken?

Das winzige Stückchen Blau geht diesen Fragen nach mit drei Charlotte-Figuren und sechs Chor-Sängerinnen. Den Text schrieb Bettina Hesse für diese Produktion, er wurde dramaturgisch in enger Probenzusammenarbeit mit den Schauspielerinnen und der Regie entwickelt. Inszenatorisch begleitet wird das Stück von Michael Dick, die künstlerische Leitung hat Karin Leyk – auch Darstellerin der zentralen Charlotte-Rolle.

SCHAUSPIEL: Susanne Dieterich, Karin Leyk, Birgit Pacht
TEXT & DRAMATURGIE: Bettina Hesse
INSZENATORISCHE BEGLEITUNG: Michael Dick
CHOR: Irmgard Himstedt, Maria Gorius, Jana Klimscha, Dagmar Köhler, Sabine Rosen, Elke Welzel
MUSIKALISCHE LEITUNG: Irmgard Himstedt
KOMPOSITION: Nadia Maria
KOSTÜM: Hans van Almsick
AUSSTATTUNG: Sabine Scheerer
LICHTDESIGN: Garlef Keßler
KÜNSTLERISCHE LEITUNG: Karin Leyk

Eine Produktion von stimmfeld e.V.

  Presse

» [...] Frischer Witz
Das Kölner Ensemble KörperSchafftKlang nähert sich unter künstlerischen Leitung von Karin Leyk in einem szenisch-literarischen und stimmlichen Bühnenabend der Künstlerin an. Drei Schauspielerinnen, neben Karin Leyk sind dies Birgit Pacht und Susanne Dieterich, verkörpern Charlotte Salomon in den verschiedenen Etappen ihres Lebens, bis hin zu dem, was von ihr als künstlerisches Vermächtnis und kulturelles Gedächtnis bis in die Gegenwart lebendig geblieben ist.
[...] Auch wenn man in der Inszenierung dieser in drei Figuren aufgefächerten Charlotte anmerkt, wie sie unter enormen seelischen und politischen Druck daran arbeitet, ihrer inneren Stimme künstlerischen Ausdruck zu verleihen, versinkt das Stück nie in Betroffenheit. Im Gegenteil, die feine Ironie und der frische Witz, der in den Texten der Charlotte Salomon steckt, findet auch in der Aufführung in der Orangerie ihren Widerhall. Besonders pointiert in Szene gesetzt von Regisseur Michael Dick, wenn es um ihre verzwickte (Liebes)-Beziehung zu ihrem Mentor, dem Berliner Gesangslehrer Alfred Wolfsohn geht. Deren kompliziertes Verhältnis gipfelt in einer grotesk anmutenden Paar-Therapie-Sitzung über übergriffiges männliches Sexualverhalten.
”Komm süßer Tod” von Johann Sebastian Bach intoniert der Chor kurz vor Ende, doch der sehnsuchtsvolle Gesang auf himmlische Erlösung durch den Tod bildet nicht den Schlusspunkt. ”Der Tod hat nicht das letzte Wort“ heißt es im Schlusssatz. [...] «
Norbert Raffelsiefen, KStA, 31.03.2017

Der Titel Das winzige Stückchen Blau ist einer Textpassage von Alfred Wolfsohn entnommen, in der er Charlotte Salomons verschollenes Bild einer Birke beschreibt, und im Hintergrund drückt sich ein winziges Stückchen Blau durch eine graue Wolkenwand. Die Interpretation dieses Blaus als Ausdruck von Charlottes Vitalität, ihrer Auflehnung gegen das Los, Opfer zu sein, nicht zur Entfaltung kommen zu dürfen und sich bedroht zu fühlen.

Auf der Homepage des Jüdischen Museums in Amsterdam kann man Einsicht in ihr Werk nehmen:
www.charlotte-salomon.nl/collectie/thema's/charlotte-salomon

Birke
Birke (Verbleib unbekannt), © JHM Amsterdam

 
Pressefoto zum Download
(Bei Veröffentlichung mit credit: Hartmut Schug)
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Das winzige Stückchen Blau Pressefoto

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Das winzige Stückchen Blau Pressefoto

Das winzige Stückchen Blau Pressefoto

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Fotos: © Hartmut Schug

Uraufführung 23. März 2017
Orangerie – Theater im Volksgarten, Köln

Nächster Termin:

Donnerstag I 13. Juli  I 18:30 Uhr

Im Rahmen des KunstSalon-Theaterpreis-Festivals
spielen wir am Donnerstag, 13. Juli 2017 um 18:30 Uhr
im Orangerie-Theater in Köln

KunstSalon-Theaterpreis

KunstSalon-Theaterpreis-Festival 2017
12. – 13. Juli 2017

Festivalprogramm:
Mittwoch, 12. Juli
  18:00 h I Festivaleröffnung
  18:30 h I KimchiBrot Connection: living happily ever after
  20:30 h I nö theater: A wie Aufklärung
Donnerstag, 13. Juli
  18:30 h I KSK: Das winzige Stückchen Blau
  21:00 h I Preisverleihung

Orangerie – Theater im Volksgarten
Volksgartenstrasse 25, 50677 Köln
www.orangerie-theater.de

Einzelticket pro Aufführung: 15 Euro / 10 Euro ermäßigt
(begrenztes Kontingent)
Festivalkarte: 45 Euro / 30 Euro ermäßigt
(für alle drei Aufführungen inkl. Stimmberechtigung
und Preisverleihung)

Tickets nur unter: info@orangerie-theater.de
und Telefon: 0221-9522708

Termine 2018
MI–SA / 17.01.–20.01.2018 / 20 h
MI–SA / 28.03.–31.03.2018 / 20 h

Gefördert von:

kulturamt

Förderverein Gerda-Weiler-Stiftung für
feministische Frauenforschung

Gerda-Weiler-Stiftung

www.gerda-weiler-stiftung.de

In Kooperation mit:

Orangerie-Theater